Mehrstärkengläser: Wenn die Arme zu kurz werden...
Mehrstärkenglas wird nötig, wenn das Auge nicht mehr in der Lage ist, sich auf die Lesedistanz einzustellen. Ein komfortables und deutliches Sehen in wirklich allen Entfernungen bietet nur ein Gleitsichtglas.

Bifokalglas

Etwa ab dem 40. Lebensjahr bereitet das deutliche Sehen im Nahbereich Schwierigkeiten, da das Akkommodationsvermögen der Augen nachläßt. Bifokalgläser korrigieren diesem Mangel "in Richtung Plus" und ermöglichen das deutliche Sehen ferner und naher Objekte. Durch eine sichtbare Zusatzlinse im unteren Glasbereich hat ein Bifokalglas zwei unterschiedliche diopitrische Wirkungen. Allerdings werden Objekte in mittleren Distanzen unscharf gesehen. Dies führt nicht nur zu Einschränkungen im Sehkomfort, sondern wird zumeist auch als sehr unästhetisch empfunden.

Trifokalglas

Trifokalgläser bestehen aus 3 Teilen. Zunächst (wie beim Bifokalglas) aus einem unteren Nah- und einem oberen Fernteil. Zusätzlich befindet sich dazwischen der dritte Glasteil für den mittleren Sehbereich.

Dieses Zwischenteil ermöglicht es, auch Objekte in Zwischenentfernungen (ca. 45 cm bis 80 cm) scharf zu sehen.

Die feinen Trennungslinien zwischen den Glasteilen sind heute kaum noch sichtbar.

Gleitsichtgläser

Die Bifokalbrille ist in den letzten Jahren fast vollständig durch die Gleitsichtbrille abgelöst worden. Dies wurde möglich durch eine stetige Weiterentwicklung, sodaß die neuesten Gleitsichtgläser dem natürlichen Sehen weitestgehend angepasst sind. So ist eine schnelle und unkomplizierte Eingewöhnung möglich.

Auf den ersten Blick sieht ein Gleitsichtglas wie ein Einstärkenglas aus. Im oberen Bereich ist ein relativ großer Bereich für die Fernzone reserviert. Nach unten folgt ein Kanal, der einen gleitenden Übergang von der Fern- zur Nahzone bietet. Im unteren Bereich verbreitert sich der Kanal zu einer breiteren Zone für den Nahbereich. Je nach Sehanforderung blickt man durch die geeignetste Stelle im Glas.

Hochwertige Gleitsichtgläser besitzen gegenüber Ihren billigeren Verwandten eine sogenannte "Horizontalsymmetrie". Das bedeutet, daß bei Blickbewegungen der Augen nach rechts und links gleiche optische Verhältnisse für beide Augen herrschen!

Ein weiterer Vorteil der Qualitätsgläser liegen in einem breiteren Mitteldistanzkanal und Lesefeld - zudem sind sonst üblicherweise vorkommende Abbildungsfehler optimiert.

Nicht zuletzt können hochwertige Gleitsichtgläser, aufgrund der individuellen Berechnung, wesentlich dünner und damit ästhetisch anspruchsvoller gefertigt werden!

Allerdings sind Gleitsichtgläser dafür sehr genau an die Gegebenheiten des jeweiligen Auges anzupassen. Besonders der Abstand zwischen den Pupillen muss genau gemessen werden. Kommt es dabei zu Fehlern, so sind Sehstörungen und Kopfschmerzen die Folge.

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