Makula Degeneration
Gerade Linien erscheinen krumm, Gesichter verschwimmen, ein großer grauer Fleck schwebt in der Mitte des Blickfelds: Symptome der altersabhängigen Makula-Degeneration, kurz AMD.

Neue Sicht der Dinge

Gerade Linien erscheinen krumm, Gesichter verschwimmen, ein großer grauer Fleck schwebt in der Mitte des Blickfelds: Syptome der altersabhängigen Makula-Degeneration, kurz AMD. Eine Augenerkrankung, die ab dem 50. Lebensjahr vermehrt auftritt, hier zu Lande bei rund zwei Millionen Menschen. Betroffen ist die Makula, die Stelle schärfsten Sehens auf der Mitte der Netzhaut.

Die Erkrankung führt zu Sehstörungen, schlimmstenfalls zur Erblindung. Experten vermuten die Ursache in einer altersbedingten Störung des Stoffwechseln im Auge. Mangelnder Abtransport von Stoffwechselprodukten führt zu Ablagerungen unter der Netzhaut. Rauchen, ungeschützte Sonnenstrahlen aufs Auge und Bluthochdruck kommen als Risikofaktoren hinzu.

Tückisch: Anfangs bemerkt man die schmerzlose Erkrankung kaum. Melden Sie die eingangs genannten Symptome, drängt der Arztbesuch!

Man unterscheidet die trockene von der feuchten AMD. Die trockene Form schreitet langsam voran, die feuchte AMD breitet sich aggressiv aus. Krankhaft wuchernde Blutgefäße dringen in die Netzhaut vor. Wegen des Austritts von Blut und Wundflüssigkeit spricht man von der feuchten AMD. In kurzer Zeit kann sie zum Sehverlust führen.

Welche Behandlungsmethoden hat der Augenarzt?

Zur Therapie der feuchten AMD stehen je nach Krankheitsbild mehrere Verfahren zur Auswahl.

In frühen stadien der feuchten Makuladegeneration kann eine Behandlung mit dem Laserstrahl sinnvoll sein. Diese erfolgt ambulant und ist in aller Regel schmerzfrei. Mit dem Laserstrahl werden dabei undichte Gefäße verödet, die die Makula schädigen. Dabei hat sich jedoch gezeigt, dass auch bei zunächst erfolgreicher Laserbehandlung im weiteren Verlauf wieder neue abnormale Gefäße aussprossen können.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die photodynamische Therapie (PDT). Mit ihr können abnormale Gefäße behandelt werden, die sich bereits unter der Netzhautmitte befinden. Allerdings kommen nur ganz bestimmte Gefäßneubildungen dafür in Frage, was durch den Augenarzt mit Hilfe der Gefäßdarstellung festgestellt wird. Diese Behandlung ist nur in einem frühen Stadium der feuchten Makula-Degeneration sinnvoll. Die Behandlung muss im Abstand von drei Monaten erfolgen, da sich die Gefäße nicht mit einer einzigen Therapie verschließen lassen.

Chirugische Verfahren einschließlich der Netzhautdrehung mit Verlagerung der Makula und der Transplantation von Ernährungszellen unter der Netzhautmitte werden zur Zeit noch klinisch erprobt.

Neuerdings kommt eine medikamentöse Therapie für alle Formen der feuchten AMD hinzu.

"Der Wirkstoff Pegaptanib Natrium hemmt dabei den körpereigenen Wachstumfsfaktor, der für die Bildung krankhafter Blutgefäße verantwortlich ist", erläutert Privatdozentin Dr. Nicole Eter von der Augenklink der Universität Bonn ddiese neue Therapie. Das Präperat wird alle sechs Wochen ins Auge injiziert, ein Eingriff, der nach lokaler Betäubung schmerzfrei ist.

Eine Studie ergab, dass bei zahlreichen Patienten eine Erblindung verhindert werden konnte. In einigen Fällen kam es sogar zur Verbesserung der Sehfähigkeit.

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